Fantasie haben heißt nicht, sich etwas auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen." ( Thomas Mann)
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(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Die Welt der Buddenbrooks (Gebundene Ausgabe) Hans Wisskirchen ist der Präsident der Thomas-Mann-Gesellschaft und Honorarprofessor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität zu Lübeck. Gemeinsam mit der Literaturwissenschaftlerin Britta Dittmann und dem Literaturwissenschaftler Manfred Eickhölter hat er einen gedanklichen Spaziergang durch die Welt Buddenbrooks unternommen, an dem die Leser dieses Buches rege Anteil nehmen dürfen.

Im Beitrag von Hans Wisskirchen erfährt man Näheres über Thomas Mann, die Stadt Lübeck und den Roman " Die Buddenbrooks ". Manfred Eickhölter betrachtet textlich die Stadt Lübeck im Roman " Buddenbrooks " und Thomas Manns Bezüge zu dieser Stadt, lange nachdem er Lübeck verlassen hatte. Britta Dittmann schließlich fokkusiert das Buddenbrookhaus.

Thomas Mann wurde am 6.6.1875 in Lübeck geboren und verstarb am 12.8.1955 in Kilchberg bei Zürich. Er entstammte aus einem alten Patriziergeschlecht. Sein Vater war Senator der Freien Hansestadt, seine Mutter brasilianischer Herkunft. Er besuchte das Katharineum bis zur Obersekunda und verließ mit der Mittleren Reife nach dem Tode seines Vaters 1892 die " Anstalt ". 1893 siedelte die Familie nach München über. Dort volontierte Thomas Mann bei einer Versicherungsgesellschaft, wurde 1899 Mitarbeiter des " Simplicissismus " und erlangte 1901 mit " Buddenbrooks " Berühmtheit. 1905 heiratete er Katja Pringsheim, Tochter eines Münchner Professors. Der erste Weltkrieg führt zum Zerwürfnis der Brüder Heinrich und Thomas Mann: Er bewirkte eine zunehmende Politisierung des " Unpolitischen ". 1929 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Die Machtergreifung Hitlers zwang Thomas Mann 1933 in die Schweizer Emigration. 1939 nahm es eine Gastprofessur an der Princeton University (USA) an, lebte fortan in Pacific Palisades (Kalifornien) und wurde 1944 amerikanischer Staatsbürger. Nach dem Krieg zog er erneut nach Kilchberg bei Zürich.

Das Buch macht deutlich , dass in Manns Schaffen die Spannung zwischen Kunst und Geist im Mittelpunkt stand und zwar in den Erscheinungsformen der Krankheit und Lebensuntüchtigkeit aus Überfeinerung auf der einen und tatkräftigem, lebensvollen Bürgertum auf der anderen Seite. Mit großem stilistisches Können zeichnet er sensible, nervöse Künstlernaturen oder mehr dem kunstvollen Schein als dem wirklichen Sein verhaftete Menschen, die aus sich notwendigerweise gezwungen sind, als Außenseiter und einsam Betrachtende zu leben. Er erweitere die Aussagemöglichkeiten des Romans mit den Mitteln der Ironie, der ironischen Brechung, der Selbstparodie des Romans, neuer Formen der Zeitbehandlung und der kunstvollen Verwendung symbolischer Zeitmotive.


Sehr interessant liest sich die textliche Erhellung des biographischen Hintergrunds von Thomas Mann und die Rückblicke auf die Stadtgeschichte Lübecks. Der Roman " Die Buddenbrooks " zeigt inhaltlich die Verbundenheit Thomas Manns mit seiner Geburtsstadt, wie Manfred Eickhölter sehr gut darzustellen weiß.
Wer sich mit der Geschichte des Buddenbrookhauses vertraut machen möchte, hat Gelegenheit dies aufgrund des Beitrags von Britta Dittmann zu tun. Dieses Haus gehörte einst der Familie Mann. Heute ist dort das Heinrich- und Thomas- Mann- Zentrum untergebracht. Es finden Lesungen, Tagungen und Workshops statt, die sich nicht nur mit den beiden Schriftstellern, sondern mit der gesamten Familie Mann befassen.

Über die Verfilmungen der Buddenbrooks u .a .m . wird zum Ende des Buches berichtet und es wird mit ausgesuchtem Bildmaterial dem Leser ein guter visueller Eindruck verschafft.

Ich habe " Die Buddenbrooks " vor vielen Jahren mit Begeisterung gelesen und bin jetzt schon sehr neugierig auf die Verfilmung Heinrich Breloers, derer man sich Ende Dezember im Kino erfreuen darf.

Empfehlenswert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 28. November 2008
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