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Interessantes Stück von Georg Kaiser mit "Pointe" am Ende...
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Rezension bezieht sich auf: Die Bürger von Calais (Taschenbuch) ------------------- DIE PERSONEN -------------------
Zuerst ein kurzer Überblick über die wichtigsten Personen:
Jean de Vienne - Erster der Gewählten Bürger Duguesclins - Hauptmann des Königs von Frankreich Freiwillige Opfer: Eustache de Saint-Pierre Jean d'Aire Der Dritte Der Vierte Der Fünfte Jacques de Wissant Pierre de Wissant
---------- INHALT ----------
Die Vorgeschichte, also den historischen Hintergrund, setzt Kaiser voraus.
ERSTER AKT:
Zu Beginn des Stücks verkündet ein englischer Offizier vor den Gewählten Bürgern das Angebot des englischen Königs, das folgendermaßen beschrieben wird: "Der König von England will Gnade üben [...] mit dem Grauen des neuen Tages sollen sechs der Gewählten Bürger aus dem Tor aufbrechen - barhäuptig und unbeschuht - mit dem Kittel des armen Sünders bekleidet und den Strick im Nacken!" Diese Botschaft ruft einander widersprechende Reaktionen hervor. Der französische Hauptmann Duguesclins fordert die Fortsetzung des Kampfes, während Eustache de Saint-Pierre rät, die Bedingungen anzunehmen. Diese sich einander widersprechenden Reaktionen entpuppen sich als eine "Frage der Ehre". Duguesclins ist der Ansicht, dass das Eingehen auf die vom englischen Kaiser gestellten Bedingungen eine Art Schwäche, und außerdem unehrenhaft sei. Ihm genau entgegengesetzt ist Eustache de Saint-Pierre der Meinung, dass die Annahme dieser Bedingungen die einzige Möglichkeit sei. Er begründet seine Meinung, indem er sagt, dass es die Pflicht der Bürger von Calais ist, die von ihnen aufgebaute Stadt auch zu verteidigen. Er sieht diese Handlung als Verpflichtung gegenüber der Hafenstadt Calais, und ganz und gar nicht als unehrenhaft. Am Ende seiner langen und von Emotionen geprägten Rede vor den Bürgern meldet er sich als erster der verlangten sechs Bürger. Doch ihm folgen nicht, wie eigentlich erwartet, fünf, sondern sechs weitere Freiwillige. Daraus ergibt sich auch die im Verlauf des Stücks behandelte Problematik. Eustache de Saint-Pierre schlägt vor, das Los entscheiden zu lassen, wer sein Leben behalten kann. Der Vorschlag wird auch von den anderen Freiwilligen angenommen.
ZWEITER AKT:
Die freiwilligen Opfer nehmen im Saal des Stadthauses Abschied von ihren Angehörigen und Vertrauten. Während diese Prozedur bei einigen der Freiwilligen sehr lange dauert, versuchen andere, diese möglichst kurz und schmerzlos hinter sich zu bringen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Spannung, wer denn jetzt mit dem Leben davonkommt, schon auf einem fast unerträglichen Hochpunkt. Das Los soll also, in Form von blauen Kugeln in einer verdeckten Schüssel, entscheiden, wer von den sieben Bürgern zurückbleiben kann. Eustache de Saint-Pierre hat jedoch heimlich nur blaue Kugeln in die Schüssel gelegt, um jeden der Freiwilligen dazu zu bewegen, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Sie beschließen, dass derjenige mit dem Leben davonkommen soll, der am nächsten Morgen als letzter auf dem Marktplatz erscheint. Da jetzt noch immer keine Entscheidung fällt, steigt die im Buch beschriebene Spannung unter der Bevölkerung und auch unter den Betroffenen selbst noch weiter. Diese Spannung wird zum größten Teil von der Ungewissheit über das eigene Schicksal der Freiwilligen hervorgerufen.
DRITTER AKT:
Zur vereinbarten Zeit finden sich die Schaulustigen am Marktplatz ein. Jeder will mitverfolgen, wer denn nun als letzter eintrifft, und damit sein Leben behält. Die Freiwilligen treffen nacheinander ein und legen das Armesünderhemd an, lediglich Eustache de Saint-Pierre fehlt. Die Bürger verdächtigen ihn schon des Betrugs und des Verrats, da es ja eigentlich er war, der die Menge von der Annahme der Bedingungen des englischen Königs überzeugte. Doch da bringt Eustaches blinder Vater eine Bahre mit der Leiche seines Sohnes. Dieser hat sich in der Nacht selbst getötet, um die Notwendigkeit des Opfers zu zeigen. In dem Augenblick, in dem sich die sechs Opfer zum Aufbruch rüsten, tritt ein Bote des englischen Königs auf. Dieser berichtet: Dem englischen König wurde in der Nacht ein Sohn geboren, er will "an diesem Morgen um des neuen Lebens willen kein Leben vernichten. Calais und sein Hafen sind ohne Buße vor der Zerstörung gerettet!" Die Leiche des Eustache wird in der Kathedrale aufgebahrt: "der König von England soll - wenn er vor dem Altar betet - vor seinem Überwinder knien!"
-------- FAZIT --------
Hierbei handelt es sich um ein meiner Meinung nach sehr interessantes Buch, lesen lohnt sich auf jeden Fall, ausserdem kann man sich bei Interesse ja auch das Theaterstück ansehen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 31. Juli 2001 | | | | | | | | | | Kundenrezensionen: | | | 1. | Interessantes Stück von Georg Kaiser mit "Pointe" am Ende... (die aktuell angezeigte Rezension) |
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